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Dendrochronologie

«Am Anfang steht das dendrochronologische Gutachten»

Das dendrochronologische Gutachten

Früher war die Altersbestimmung von Streichinstrumentenimmer mit Ungenauigkeiten behaftet. Die akademisch-wissenschaftlichen Methoden waren mangelhaft. Die dendrochronologische Altersbestimmung wurde bereits vor dem Zweiten Weltkrieg entwickelt; damit ist eine absolute und genaue Altersbestimmung der Decke des Instrumentes möglich.

Beim Verkauf von antiken Streichinstrumenten bzw. der Eruierung deren Authentizität geht es grundsätzlich um heikle juristische Fragen im Zusammenhang mit der Haftung. Sachliche, wissenschaftlich fundierte Expertisen sind unabdingbar.

Das dendrochronologische Gutachten ist eine davon. Handelstechnische Hemmnisse und das Kulturgütertransfergesetz erschweren den Verkauf von Streichinstrumenten in der Schweiz: Um konkurrenzfähig zu bleiben, müssen wir besser sein und Standards wie das dendrochronologische Gutachten als festen Bestandteil jeden Verkaufs etablieren.

Der Stellenwert des dendrochronologischen Gutachtens beim Verkauf eines teuren Streichinstruments

Autorenschaftevaluierung bei alten Geigen ist keine exakte Wissenschaft. Das dendrochronologische Gutachten ist ein wesentlicher Bestandteil der Expertise. Das dendrochronologische Datum bezieht sich allerdings nur auf das Deckenholz der Geige. Trotzdem wird heute keine Stradivari mehr verkauft, ohne dass ein dendrochronologisches Gutachten vorliegt. Es gibt Fälle, in denen hervorragende Kopisten Geigen mit altem Holz nachgebaut haben. Aber auch eine ausserordentlich gute Kopie einer Stradivari ist niemals perfekt und kann mit weiteren Analysemethoden entlarvt werden.

Der Nutzen der dendrochronologischen Gutachten muss jedoch auch in einem grösseren Kontext gesehen werden – es geht um die Frage, wie das verwendete Holz bzw. die Stämme aufgeteilt und gehandelt wurden. Das Deckenholz der grossen Meister stammt häufig von gleichen Stämmen. Teile davon wurden von verschiedenen Geigenbauern verwendet. Die Dendrochronologie kann daher bei der Klärung der Provenienz entscheidendeHinweise liefern.

Weitere Methoden der Untersuchung von Streichinstrumenten

Zur Dokumentation einer Geige gehören nebst dem dendrochronologischen Gutachten und den Echtheitszertifikaten etwa multispektralanalytische Untersuchungen, mit denen Retouchen, die von blossem Auge nicht ersichtlich sind, sichtbar werden und Lackergänzungen sowie Überlackierungen und Lackqualitäten bestimmt werden können. VerschiedeneFarbstoffe wurden erst im Verlauf der Zeit erfunden und verwendet, so dass damit ein Terminus postquem gefunden wird. Sodann werden auch Computertomographie und Röntgenuntersuchungen durchgeführt, die den Zustand des Instrumentes im Detail aufzeigen und auch zur Bestimmung des Erbauers dienen.

Zusammenarbeit mit dem Kompetenzzentrum Unterwasserarchäologie/Dendrochronologie der Stadt Zürich

Das Kompetenzzentrum Unterwasserarchäologie/Dendrochronologie der Stadt Zürich ist eine öffentliche, unabhängige und nicht kommerziell orientierte Institution. Gegenüber meinen Kunden habe ich die Sorgfaltspflicht und möchte eine unabhängige, exakte Expertise liefern. Ausschlaggebend ist für mich, dass die UWAD weltweit mit Datenbanken gut vernetzt und innovativ ist und mit anderen Fachleuten des gleichen Fachgebietes eng zusammenarbeitet.

Die Zusammenarbeit ist sehr gut. Ich schätze die Kompetenz und Ernsthaftigkeit, mit der die Zürcher Experten an die Arbeit gehen – und die Tatsache, dass das Kompetenzzentrum UWAD nahe gelegen ist.

Spielt das dendrochronologische Gutachten bei einem Gerichtsfall eine entscheidende Rolle?

Wenn die Echtheit einer Stradivari durch die Dendroanalyse verneint werden muss, ist das heikel. Denn der Wert eines Instruments ist mit den Emotionen des Besitzers verbunden, darum muss die Widerlegung stringent sein. Kommt es zu einem Gerichtsfall, dann geht es meistens auch um sehr viel Geld. Doch bei vielen Gerichtsfällen geht es heute oft nicht mehr um die Frage des Erbauers (Fälschungen), sondern um rechtliche Fragen in Bezug auf die Herkunft eines Instrumentes, insbesondere um Instrumente, die in den Wirren des Zweiten Weltkriegs ihren Eigentümergewechselt haben – da wird noch einiges auf uns zukommen.

Viele Leute wissen nicht, dass die Dendroanalyse, d. h. das Ausmessen der Jahrringe, aufgrund einer optischen Erfassung gemacht werden kann, dass also keine Probeherausgeschnitten werden muss – wie dies etwa für eine Radiokarbondatierung notwendig wäre. Das ist der grosse Vorteil für die Anwendung der Dendrochronologie bei Streichinstrumenten. Dank der Methodenkombination von Dendrochronologie, Multispektralanalyse, Computertomographie und Röntgenaufnahmen sind wir heute beim Echtheitsbeweis von Streichinstrumenten auf einem guten Stand. Es zeigt sich einmal mehr, dass wir hier in der Schweiz im Bereich Engineering und Innovation stark sind. Die Kompetenz der Dendrochronologie der Stadt Zürich ist für unsere Branche von grosser Bedeutung.